Welche Kompetenzen werden künftig relevant? Wie lassen sich Expertinnen, Experten und potenzielle Partner schneller identifizieren? Und wie kann Künstliche Intelligenz dabei helfen, Kompetenzprofile von Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder Teams sichtbar zu machen? Am 21. September 2023 widmet sich die Smart Innovation Community dem Zusammenspiel von KI, Competence Scouting und Future Skills.
Veranstaltungstermin: 21. September 2023, 16:00–17:30 Uhr
Kompetenzen werden zum strategischen Innovationsfaktor
Future Skills frühzeitig erkennen
Technologische Entwicklungen verändern nicht nur Produkte, Services und Geschäftsmodelle. Sie verändern auch die Kompetenzen, die Unternehmen künftig benötigen. Für Personalentwicklung, Innovationsmanagement, FuE und Business Development wird es daher immer wichtiger, zukünftige Kompetenzbedarfe frühzeitig zu erkennen und systematisch einzuordnen.
Future Skills sind dabei mehr als eine Liste neuer Fähigkeiten. Entscheidend ist, welche Kompetenzen für bestimmte Branchen, Technologien, Märkte oder Innovationsfelder erfolgskritisch werden – und wie Unternehmen diese Kompetenzen aufbauen, finden oder mit externen Partnern erschließen können.
KI als Brücke zwischen Personalentwicklung und Innovation
Der Online-Workshop zeigt anhand von Praxisbeispielen, wie Künstliche Intelligenz im Bereich der Personalentwicklung und des Innovationsmanagements eingesetzt werden kann.
Im Mittelpunkt stehen Fragen, die für Unternehmen zunehmend relevant werden: Welche Skills gewinnen an Bedeutung? Welche Kompetenzprofile passen zu neuen Rollen? Wie lassen sich Karrierepfade, Lernkonzepte oder Qualifizierungsbedarfe datenbasiert ableiten? Und wie können Kompetenzinformationen für Innovations- und Kooperationsprozesse genutzt werden?
Future Skills, Karrierepfade und Kompetenzmanagement
careerGPT als Beispiel für KI-gestützte Personalentwicklung
Michael Plentinger von der greple GmbH stellt unter anderem die Lösung careerGPT vor. Die Anwendung basiert auf der Wissens- und Kompetenzdatenbank von Greple und unterstützt bei Aufgaben rund um Jobrollen, Stellenprofile, Stellenanzeigen, Karrierepfade und Lernkonzepte.
Besonders relevant ist die Möglichkeit, zukünftig wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen zu erkennen. Mit careerGPT lässt sich die Relevanz von Skills prognostizieren, um Teams gezielt auf die Anforderungen von morgen vorzubereiten.
Re- und Upskilling strategisch unterstützen
Für Unternehmen eröffnet KI-gestütztes Kompetenzmanagement neue Möglichkeiten im Re- und Upskilling. Kompetenzen können strukturierter erfasst, zukünftige Anforderungen besser abgeleitet und Qualifizierungsmaßnahmen gezielter geplant werden.
Damit verbindet sich Personalentwicklung stärker mit strategischen Zukunftsfragen: Welche Kompetenzen braucht ein Unternehmen, um neue Technologien zu nutzen, neue Märkte zu erschließen oder Innovationspotenziale umzusetzen?
Future Skills für Baden-Württemberg
Datenbasierte Analyse von Stellenausschreibungen
Prof. Dr. Mathias Klier und ein Team der Universitäten Ulm und Regensburg haben im Auftrag der AgenturQ untersucht, welche Kompetenzen in Zukunft für zentrale Schlüsselindustrien benötigt werden.
Im Fokus stehen vier Branchen: Automobil- und Zulieferindustrie, Maschinenbau, Metallindustrie und Medizintechnik. Grundlage ist eine datenbasierte Analyse von mehr als einer Million Stellenausschreibungen mit modernen Machine-Learning-Verfahren, ergänzt durch die Validierung von Expertinnen und Experten.
33 Future-Skills-Cluster in vier Kategorien
Aus der Analyse ergeben sich 33 Future-Skills-Cluster für den Standort Baden-Württemberg.
Diese Cluster lassen sich vier Kategorien zuordnen:
Technologische Fähigkeiten
Kompetenzen im Umgang mit neuen Technologien und technischen Entwicklungen.
Industriefähigkeiten
Branchenspezifische Kompetenzen, die für zentrale Industrien besonders relevant sind.
Digitale Schlüsselqualifikationen
Fähigkeiten, die für digitale Transformation und datenbasierte Arbeitsweisen benötigt werden.
Überfachliche Fähigkeiten
Kompetenzen, die Zusammenarbeit, Veränderungsfähigkeit und Innovationskultur unterstützen.
Competence Scouting mit KI-Unterstützung
Kompetenzprofile von Organisationen sichtbar machen
Lukas Keicher vom Fraunhofer IAO und Dr. Michael Schmitz von TECINTELLI zeigen, wie sich KI-gestützt Kompetenzprofile von Unternehmen und Forschungseinrichtungen erstellen lassen.
Solche Kompetenzprofile helfen dabei, fachliche Schwerpunkte, Technologien, Anwendungsfelder und Erfahrungsbereiche systematisch sichtbar zu machen. Sie können aus öffentlich verfügbaren Informationen, Projektbeschreibungen, Webseiten, Publikationen oder weiteren Quellen abgeleitet und strukturiert aufbereitet werden.
Expertensuche, Matching und Research Landscaping
KI-gestütztes Competence Scouting unterstützt unter anderem bei der Identifikation von Expertinnen, Experten und potenziellen Partnern – beispielsweise für gemeinsame Forschungsprojekte, Innovationsvorhaben oder Technologieentwicklung.
Darüber hinaus entstehen neue Möglichkeiten für Matching-Fragestellungen: Wer kann bei einer bestimmten Technologie helfen? Welche Forschungseinrichtungen passen zu einem konkreten Anwendungsfall? Welche Unternehmen verfügen über relevante Kompetenzen? Und wie lässt sich eine Kompetenz- oder Forschungslandschaft systematisch darstellen?
Damit wird Competence Scouting zu einem wichtigen Baustein für Open Innovation, Technologietransfer und Research Landscaping.
Expertinnen und Experten im Überblick
Perspektiven aus Forschung, KI, Personalentwicklung und Innovation Intelligence
Der Workshop bringt Perspektiven aus Betriebswirtschaft, Kompetenzmanagement, KI-gestützter Personalentwicklung, Innovationsmanagement und Technology and Innovation Intelligence zusammen.
Prof. Dr. Mathias Klier
Péter-Horváth-Stiftungsprofessur für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt betriebswirtschaftliches Informationsmanagement, Institut für Business Analytics, Universität Ulm. Wissenschaftlicher Leiter der Studie „Future Skills: Welche Kompetenzen für den Standort Baden-Württemberg heute und in Zukunft erfolgskritisch sind“.
Michael Plentinger
Geschäftsführer und Gründer der greple GmbH. Der Spezialist für Re- und Upskilling verbindet Eignungsdiagnostik mit Kompetenzmanagement und setzt dabei aktuelle Technologien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz ein.
Dr. Michael Schmitz
Geschäftsführer und Co-Founder der TECINTELLI GmbH. Als Spezialist für Technology and Innovation Intelligence zeigt TECINTELLI, wie KI und NLP im Technologie- und Innovationsmanagement sowie im Competence Scouting eingesetzt werden können.
Lukas Keicher
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team Innovation Design und Experte für KI im Innovationsmanagement.
Markus Korell
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Business Innovation Engineering Center.
Die Smart Innovation Community
KI im Innovations- und Technologiemanagement gemeinsam ergründen
Wie kann Künstliche Intelligenz helfen, Technologiefrüherkennung zu verbessern und frühe Innovationsphasen zu beschleunigen? Wie kann man mit KI Innovationsimpulse erkennen, neue Märkte und Anwendungen für eigene Kompetenzen finden? Wie lassen sich Trends identifizieren und beobachten?
Diese Fragen stehen im Zentrum der Smart Innovation Community, die das Fraunhofer IAO gemeinsam mit Unternehmen und Partnern aus Wissenschaft und Praxis vorantreibt.
Für wen die Veranstaltung relevant ist
Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmensführung, Technologie- und Innovationsmanagement, Produktmanagement, FuE-Management, Business Development und alle, die die Potenziale von Smart Innovation kennenlernen möchten.
Besonders relevant ist der Workshop für Organisationen, die Kompetenzen strategisch entwickeln, Expertinnen und Experten schneller finden, Future Skills besser verstehen oder KI-gestützte Kompetenzanalysen für Innovations- und Transformationsprozesse nutzen möchten.